Basilika
Basilika bezeichnet sowohl einen Kirchenbautyp (Längsschiff-Kirche) als auch einen päpstlichen Ehrentitel für besondere Kirchen.
Das Wort Basilika hat zwei Bedeutungen: eine architektonische und eine liturgische.
Basilika als Bautyp
Im architektonischen Sinn ist eine Basilika eine mehrschiffige Halle, bei der das mittlere Hauptschiff höher ist als die Seitenschiffe und durch Obergadenfenster beleuchtet wird. Dieser Bautyp stammt aus der römischen Antike (Markthallen) und wurde von der frühen Kirche für den Kirchenbau übernommen.
Aufbau einer Basilika
- Mittelschiff: das hohe, helle Hauptschiff
- Seitenschiffe: begleitende, niedrigere Schiffe
- Obergaden: Fensterreihe über den Seitenschiffen
- Apsis: halbrundes Chorende im Osten
- Querhaus (nicht immer vorhanden)
Die meisten großen mittelalterlichen Kathedralen und Dome in Europa sind Basiliken.
Basilika als päpstlicher Ehrentitel
Der Papst kann bestimmten Kirchen den Ehrentitel "Basilika" verleihen. Es gibt zwei Kategorien:
Majores Basiliken (4 weltweit, alle in Rom)
- St. Peter im Vatikan
- San Giovanni in Laterano
- Santa Maria Maggiore
- San Paolo fuori le Mura
Minores Basiliken (weltweit >1.900)
Bedeutende Kirchen, denen der Papst den Titel verliehen hat — als Auszeichnung für ihre Bedeutung in Geschichte, Kunst oder Frömmigkeit.
Basiliken in DACH
- Basilika Vierzehnheiligen (Bayern, Wallfahrtskirche — Rokoko)
- Basilika Ottobeuren (Bayern — Barockklosterkirche)
- Basilika Mariazell (Österreich — bedeutendster Wallfahrtsort Österreichs)
- Basilika Maria Einsiedeln (Schweiz — berühmtester Wallfahrtsort der Schweiz)
- Basilika St. Kastor in Koblenz (romanisch)
An einer Basilika erkennt man den päpstlichen Titel oft am Tintinnabulum (ein Glockenstab mit Baldachin), das bei Prozessionen vorangetragen wird.
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