Reformation
Die Reformation war die kirchliche Erneuerungsbewegung des 16. Jahrhunderts, die zum Protestantismus führte.
Die Reformation (lateinisch "Erneuerung") ist die bedeutendste kirchliche Umwälzung in der neueren Geschichte des Christentums. Sie begann 1517 mit dem Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg.
Die Reformatoren
- Martin Luther (1483-1546) — Augustinermönch in Wittenberg, dessen 95 Thesen gegen den Ablasshandel die Reformation auslösten. Übersetzer der Bibel ins Deutsche.
- Ulrich Zwingli (1484-1531) — Zürcher Reformator, gründete die reformierte Tradition in der deutschsprachigen Schweiz.
- Johannes Calvin (1509-1564) — systematische Ausformulierung des reformierten Glaubens in Genf.
Die vier "Allein"-Prinzipien (Solus-Schema)
- Sola scriptura — allein die Schrift als Glaubensnorm
- Sola fide — allein durch den Glauben wird der Mensch gerecht
- Sola gratia — allein aus Gnade erlangt der Mensch die Erlösung
- Solus Christus — allein Christus ist der Mittler
Reformation im deutschsprachigen Raum
- Deutschland: Kurfürstentum Sachsen wurde lutherisch; im Augsburger Religionsfrieden (1555) wurde die Konfession der Untertanen von der des Landesherrn bestimmt ("cuius regio, eius religio").
- Schweiz: Zürich, Bern und Basel wurden reformiert; Luzern, Zug und die Innerschweiz blieben katholisch.
- Österreich: Kaiser Ferdinand II. führte die Gegenreformation durch, wodurch Österreich mehrheitlich katholisch blieb.
Folgen
Die Reformation führte zur Spaltung der westlichen Kirche in Katholiken und Protestanten. Sie hatte weitreichende Folgen für Sprache (Luthers Bibelübersetzung), Bildung (Allgemeinschulpflicht), Wirtschaft (Arbeitsethik) und Politik (territoriale Konfessionalisierung).
Reformationstag
Am 31. Oktober wird die Reformation gefeiert. In vielen deutschen Bundesländern (vor allem den neuen Ländern, sowie Hamburg, Schleswig-Holstein u.a.) ist er ein gesetzlicher Feiertag.