Pfarrer, Pastor, Priester — die Unterschiede
Pfarrer, Pastor und Priester bezeichnen unterschiedliche kirchliche Ämter — hier der Überblick.
Im deutschsprachigen Raum werden die Begriffe Pfarrer, Pastor und Priester oft synonym verwendet — dabei bezeichnen sie unterschiedliche Ämter in verschiedenen Konfessionen.
Priester (katholisch)
Der Priester ist ein durch Handauflegung (Priesterweihe) zum Dienst geweihter Mann in der Römisch-katholischen Kirche. Er kann die Eucharistie feiern, Sakramente spenden und die Absolution erteilen. Katholische Priester sind zum Zölibat (Ehelosigkeit) verpflichtet. In der Gemeinde leitet der Priester als Pfarrer (lateinisch "parochus") die Pfarrei.
Pfarrer (evangelisch und katholisch)
Das Wort Pfarrer bezeichnet eigentlich den Leiter einer Pfarrgemeinde — unabhängig von der Konfession. Im allgemeinen Sprachgebrauch:
- Evangelischer Pfarrer: durch theologisches Studium und Ordination zum kirchlichen Dienst berufen. Kann verheiratet sein; auch Frauen können Pfarrerin werden.
- Katholischer Pfarrer: ein Priester, der mit der Leitung einer Pfarrgemeinde beauftragt ist.
Pastor
Pastor (lateinisch "Hirte") wird in mehreren Kontexten verwendet:
- In Freikirchen ist Pastor der übliche Titel für den Gemeindeleiter. Ausbildung, Berufung und Dienst variieren je nach Freikirche.
- In einigen lutherischen Landeskirchen (z.B. in Norddeutschland) wird Pastor synonym zu Pfarrer gebraucht.
- In den Neuapostolischen Kirchen und anderen Gemeinschaften ist "Pastor" ein spezifisches Amt.
Weitere Titel
- Dekan — leitender Pfarrer eines Kirchenbezirks (Dekanats)
- Pastoralreferent/Pastoralassistent — theologisch ausgebildete Laien in katholischen Gemeinden
- Diakon — Kirchliches Amt für soziale Aufgaben (kann verheiratet sein, auch Frauen)