Baptisten
Baptisten sind eine der ältesten Freikirchen — sie betonen die Gläubigentaufe und die Trennung von Kirche und Staat.
Die Baptisten sind eine der weltweit verbreitetsten Freikirchen mit rund 100 Millionen Mitgliedern (inkl. 40 Millionen in den USA). Im deutschsprachigen Raum sind sie seit dem 19. Jahrhundert präsent.
Geschichte
Die Baptistenbewegung entstand Anfang des 17. Jahrhunderts in England und Holland, beeinflusst durch den Täufergedanken der Reformation. Im DACH-Raum gründete Johann Gerhard Oncken 1834 in Hamburg die erste deutsche Baptistengemeinde.
Zentrale Überzeugungen
- Gläubigentaufe: Nur bewusst glaubende Menschen werden getauft — durch Untertauchen. Säuglingstaufe wird abgelehnt.
- Autonomie der Ortsgemeinde: Keine übergeordnete kirchliche Hierarchie; jede Gemeinde ist selbständig.
- Priestertum aller Gläubigen: Kein Priesterstand; jeder Gläubige hat direkten Zugang zu Gott.
- Trennung von Kirche und Staat: Keine Kirchensteuer; Finanzierung allein durch freiwillige Gaben.
- Bibel als Grundlage: Die Heilige Schrift ist die alleinige Lehrautorität.
Baptisten in DACH
- Deutschland: Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) vereint Baptisten und verwandte Gruppen — ca. 80.000 Mitglieder in rund 900 Gemeinden.
- Österreich: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (wenige Tausend Mitglieder).
- Schweiz: Schweizer Baptistenkonferenz — rund 4.000 Mitglieder.
Gottesdienst bei den Baptisten
Baptistengottesdienste sind in der Regel einfach und ungekünstelt: Lobpreislieder (oft zeitgemäß), ausführliche Predigt (30–45 Min.), Gebet. Abendmahl wird meist monatlich gefeiert, Taufen finden in einem Becken in der Kirche oder in Seen statt.