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Ratgeber6 Min. Lesezeit

Kind taufen lassen: Schritt für Schritt zum Tauftag

Wie man ein Kind taufen lässt — von der Anmeldung bis zum Fest. Mit Tipps zu Taufpaten, Taufkleidung und dem Unterschied zwischen evangelischer und katholischer Taufe.

Die Taufe ist ein besonderer Moment für die ganze Familie — das Kind wird in die christliche Gemeinschaft aufgenommen und bekommt Taufpaten, die es durchs Leben begleiten. Hier findest du alles, was du für die Planung wissen musst.

Wann lassen Eltern ihr Kind taufen?

In der DACH-Region lassen die meisten Eltern ihr Kind im ersten Lebensjahr taufen, viele in den ersten drei bis sechs Monaten. Es gibt keine Altersbeschränkung — auch ältere Kinder und Erwachsene können getauft werden.

Beliebte Tauftermine:

  • Normale Sonntagsgottesdienste (integrierte Taufe)
  • Spezielle Taufgottesdienste (mehrere Kinder an einem Termin)
  • Osternacht (traditioneller Tauftag)
  • Pfingsten

Anmeldung: Wo und wie?

  1. Pfarramt kontaktieren: Melde dich im Pfarramt der Gemeinde, in der du Mitglied bist (oder in der die Eltern leben)
  2. Taufgespräch vereinbaren: Ein Gespräch mit dem Pfarrer/der Pfarrerin ist in fast allen Gemeinden Pflicht — es geht um den Glauben der Eltern, die Paten und den Ablauf
  3. Taufpaten bestätigen: Die Paten müssen ihre Voraussetzungen mitbringen (meist Taufschein + Konfirmationsnachweis)
  4. Datum wählen: Je nach Gemeinde gibt es feste Tauftermine oder individuelle Vereinbarungen

Vorlaufzeit: Mindestens 4–8 Wochen einplanen; bei beliebten Terminen mehr.

Taufpaten: Wer darf Pate werden?

Evangelisch

  • Getauft und konfirmiert (oder volljährig getauft)
  • Kirchenmitglied in einer anerkannten Konfession
  • Mindestens 16 Jahre alt

Katholisch

  • Getauft, gefirmt und zur Kommunion gegangen
  • Mindestens 16 Jahre alt
  • Aktives Kirchenmitglied (nicht ausgetreten)
  • Nicht der Elternteil des Täuflings

Tipp: Kläre die Voraussetzungen rechtzeitig ab — manche Paten müssen erst eine Bescheinigung ihres eigenen Pfarramts einholen.

Der Ablauf einer Taufe

Eine evangelische Kindertaufe im Sonntagsgottesdienst:

  1. Begrüßung und Gebet in der Gemeinde
  2. Vorstellung von Kind und Paten
  3. Taufbekenntnis der Eltern und Paten ("Ich glaube...")
  4. Wasserspende: Der Pfarrer gießt dreimal Wasser über den Kopf: "Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes."
  5. Segen für das Kind
  6. In manchen Gemeinden: Entzünden einer Taufkerze
  7. Eintragung im Taufbuch

Die katholische Taufe folgt einem ähnlichen Ablauf, ergänzt um Salbung mit Öl, Entzünden der Taufkerze vom Osterfeuer, und ggf. Effata-Ritus.

Taufe zuhause oder in der Kirche?

Die meisten Taufen finden in der Kirche statt — als Teil des Sonntagsgottesdienstes oder in einem eigenen Taufgottesdienst. Nur in Ausnahmefällen (schwere Krankheit) findet die Taufe zuhause oder im Krankenhaus statt.

Praktische Tipps für den Tauftag

Taufkleidung: Traditionell ein weißes Taufkleid — Symbol der Reinheit und des neuen Lebens. Viele Familien haben ein Erbstück oder leihen ein Kleid. Es muss nichts Teures sein.

Taufkerze: Wird in vielen Familien zum Kindergeburtstag oder Konfirmationstag wieder angezündet. Viele Gemeinden bieten Kerzen an — oder ihr gestaltet eine selbst.

Fotos und Videos: Klärt vorher mit dem Pfarramt, ob und wo fotografiert werden darf.

Gäste: Wie viele Gäste in die Kirche dürfen, hängt von der Gemeinde ab. Plant den Empfang danach — in einer Gaststätte, im Gemeindehaus oder zuhause.

Taufe in einer anderen Stadt

Ihr könnt euer Kind auch in einer anderen Stadt taufen lassen — z.B. am Wohnort der Großeltern. Ihr braucht dann die Erlaubnis eures eigenen Pfarramts ("Heimatpfarrei") und koordiniert mit der Gastgemeinde.

Kirchensucher.de hilft euch, Kirchen in jeder Stadt zu finden.

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